

Die ehemalige Georg-Placke-Werft liegt am Rande der Schifferstadt Aken am idyllischen Elbestrom, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Hamburg und Prag und blickt auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurück.
Die ersten Zeugnisse eines Schiffbauplatzes an dieser Stelle datieren auf das Jahr 1795! Nach mehr als 2 Jahrhunderten der stetig sich weiterentwickelnden Schiffbaukultur, nach 2 Weltkriegen, Verstaatlichung in der DDR-Zeit, der Rückübereignung nach der Wende und mehreren Insolvenzen stellte die Werft 2020 endgültig ihren regulären Betrieb ein und blickt nun in eine neue Zukunft! Das Gelände beherbergt 2 Hallen, einen Wohn-/Sozialtrakt, ein Heizhaus und eine funktionstüchtige Slip-Anlage, um Schiffe aus dem angrenzenden Hafenbecken an Land zu ziehen. Herzstück des Areals ist zweifelsohne die grosse Schiffbauhalle Baujahr 1932/Umbau 1992, die durch die Mischform aus Stahl- und Ziegelbauweise einen sympthischen Industriecharme versprüht. Hier wurden in der Nachwendezeit noch etliche Schiffe gebaut die bis in die heutigen Tage regionale und internationale Binnengewässer befahren.


Als wir das Gelände im Frühjahr 2020 das erste mal betraten, fanden wir die Werft in einer Art Endstadium vor. Viel rostiger Stahl, alte Maschinen die ihre besten Jahre hinter sich hatten, wucherndes Unkraut, abgestellte Schiffsleichen, unfertige Aufträge, alte Akten und Computer aus grauer Vorzeit in den Büros. Es fühlte sich an als wären alle Arbeiter*innen eines Freitag nachmittags in den Feierabend gegangen und wären einfach nicht mehr wiedergekommen. So konnten wir das Gefühl des letzten Arbeitstages einfangen, mit Ehrfurcht, Beklommenheit, Neugier und Faszination!
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Wir fanden im alten Archiv und verschiedenen Schränken unzählige Dokumente, Baupläne und Fotoordner aus lange vergangenen Zeiten. Diese zu ordnen und öffentlich zugänglich zu machen haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Deshalb soll diese Seite auch weiterhin ergänzt werden mit immer neuen alten Fotos die uns von ehemaligen Arbeiter*innen gebracht werden. Ebenso konnten wir in den Archiven des Schifffahrts-und Heimatmuseums Aken einige Fotos ausgraben und digitalisieren. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!
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Eine besonders amüsante Fotoreihe ist die der Schiffstaufe der alten Akener Fähre Ende der 70er Jahre. So durfte eine Kindergartengruppe dieser Tradition beiwohnen und ein Mädchen die stolze Taufpatin sein!



Die meisten uns erhalten gebliebenen Fotos und Dokumente stammen aus DDR Zeiten.
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Doch das älteste erhaltene Foto ist ein sehr verblichener Silbergelatine Print in einem desolaten Holzrahmen. Das Foto entstand zwischen 1880 und 1890 und zeigt die gesamte damalige Belegschaft der Werft auf der Slipanlage, mit den Holzkähnen der damaligen Zeit und einer Schiffsmühle, die bis zur Jahrhundertwende auf der Elbe schwammen und das Korn malten, angetrieben von der stetigen Strömung der Elbe.
Das Foto wurde digital restauriert und nachkoloriert.
